Titelkupfer

Von der Menschwerdung Jesu Christi I

Das Titelbild Von der Menschwerdung Jesu Christi I

Andeutung der Titel-Figur von der Menschwerdung Jesu Christi

Was es für eine Geburt und Person sei, dass das unmäßliche Wort, der Schöpfer aller Dinge ein Menschen-Kind, und von einer irdischen Jungfrauen ohne Erkenntnis eines Mannes zur Welt geboren wird, kann uns die Vernunft nicht sagen, denn sie ist nur ein bleicher Glast [Abglanz] vom Verstande wie der Mond, der sich mit der Sonnen und Erden spiegelt, und weder Kraft, Hitze noch Glanz gibt. Es ist das höchste Geheimnis Gottes, und muss nur durch einen Stern den Weisen in Morgenland, und durch einen Engel den einfältigen Viehhirten auf dem Felde in der Nacht angekündiget werden, dass es der Heiland aller Welt sei; sonst erfährts Niemand, wer er ist, bis dass er zum männ­lichen Alter kamt, und das Geheimnis der 30 Jahren erreicht; Alsdann muss die Welt das Licht erkennen durch die Macht seines Worts und gewaltige Taten. Wenn die Blinden sehen, die Tauben hören, die Lahmen gehen, die Sprachlosen reden, die Kranken genesen, die Teufel von Menschen fliehen, und in die Säue fahren, die Toten aufstehen, und was dergleichen unzählig mehr.

Was zanken doch unsere grosse Chaldäer, Stern-Seher, Wahr-Sager, und Zeichen-deuter um diesen Göttlichen Frieden-Fürst, den sie doch nicht haben, er ist zu Bethlehem und nicht zu Babel.

Im Leibe der irdischen Mariae, und zugleich im Chao und Circulo der Göttlichen unendlichen Sophiae im Centro des + der Dreizahl, da sein ewiger Sitz ist; dann auch im zerknirschten Geist und zerbrochenen Herzen, nicht aber in ihrem Gehirn, Büchern, und hohen Schulen.

Merkts doch ihr kluge Doctores, Physici und Natur-Kündiger, warum Moses im Vorbilde mit seinem Volke nicht konnte über das Meer gehen, er musste dann zuvor durch dieses Wort, das noch in der Verheißung stund, die Wasser teilen, und zu beiden Seiten wie Mauren aufrichten, dass ihre Füße die Erde bereichten. Dieser Jesus aber gehet in der 4ten Nachtwache oben auf der Fläche des Meeres, weiß nichts vom Sinken, noch Furcht für ertrinken wie Petrus sein Jünger.

Dieser Gegensatz deutet den Unterscheid des irdischen und himmlischen Fleisches, was aus fleischlicher Lust eines Mannes empfangen; und vom Heiligen Geist; Was aus dem sinkenden fliessenden Wasser des Mannes, da Furcht, Unmacht, Schlaf und Tod in den Essentien ist; und aus dem heiligen reinen Element oder gläsern Meer, das vom Gewirke der 7 leuchtenden Geister Gottes erhoben, aufgericht und trocken ist, da ein stets wachendes Leben, Stärke, Macht und Freude ist.

Das ist das Wasser des Lebens davon er sagte, wer dieses trinken würde den würde nimmer dürsten. In dem ist der Schöpfer selbst zu einer Göttlichen Creatur worden, und also von oben kommen, dass ist in der verblichenen Menschheit in Maria sich eröffnet, da er ihre Seelen- und Leibes-Essentien angenommen.

Aber wie Gott ein verborgenes Wesen ist gegen der Creatur, und doch allenthalben gegenwärtig, und alles erfüllet, also auch dieses Wasser, Fleisch, und Person; niemand kann es trinken, als nur der nach Gott und seiner Gerechtigkeit dürstet. Ist im Fall des ersten Menschen ein Geheimnis worden, in Kraft und Wirkung bei den Heiligen offenbar, in der Erkenntnis aber verschlossen, bis das 7te Siegel im Ternario Sancto ist gebrochen, da wird es nun durch seinen Engel verkündiget. Davon besiehe dieses Büchlein.

Kontakt Partner Impressum Datenschutz Button - Nach oben scrollen